FT8 gehört zu den am weitesten verbreiteten digitalen Betriebsarten im Amateurfunk. Die Fähigkeit, schwache Signale auch unter schwierigen Bedingungen zu dekodieren, hat diese Betriebsart bei Funkamateuren weltweit populär gemacht. Um FT8 und andere digitale Modi nutzen zu können, ist in der Regel eine Verbindung zwischen Funkgerät und Computer erforderlich. Viele Funkamateure greifen hierfür auf kommerzielle Soundkarten-Interfaces zurück, die speziell für den Amateurfunk entwickelt wurden. Doch diese Lösungen können teuer oder technisch kompliziert sein.
Es gibt jedoch eine einfachere und
kostengünstigere Alternative: Mit einem Mischpult mit integrierter Soundkarte, wie dem Behringer Xenyx 302 USB, und einem USB-CAT-Interface kann ein voll funktionsfähiges Soundkarten-Modem aufgebaut werden. Dieses System zeichnet sich durch Flexibilität, Modularität und einfache Konfigurationsmöglichkeiten aus. In diesem Beitrag wird erläutert, wie Sie mit einem Mischpult mit USB-Schnittstelle ein solches System realisieren können.
Das Mischpult
Für den Aufbau eines einfachen und kosteneffizienten FT8-Soundkarten-Modems werden einige wesentliche Komponenten benötigt, die eine stabile Verbindung zwischen Funkgerät und Computer ermöglichen. Das Mischpult bildet das Herzstück des Systems und dient als zentrale Audio-Schnittstelle. Es nimmt das Audiosignal des Funkgeräts auf, verarbeitet es und leitet es an den Computer weiter – und umgekehrt. Ein geeignetes Mischpult sollte folgende Merkmale aufweisen:
Mindestens zwei Kanäle sind notwendig, um das Eingangssignal des Funkgeräts und das Ausgangssignal des Computers unabhängig voneinander steuern zu können. Das Mischpult sollte eine USB-Schnittstelle besitzen. Diese ermöglicht die direkte Verbindung mit dem Computer, sodass das Mischpult als Audio-Ein- und -Ausgabegerät erkannt wird. Dies macht externe Audiointerfaces überflüssig und reduziert den Verkabelungsaufwand.
Die Möglichkeit, die Eingangs- und Ausgangspegel mit den vorhandenen Reglern präzise einzustellen, ist vorteilhaft, um Verzerrungen oder Signalverluste zu vermeiden. Ein zu schwaches Signal kann zu schlechter Modulation führen, während ein zu starkes Signal Übersteuerungen und Verzerrungen verursacht.
Zum Beispiel das Behringer Xenyx 302 USB erfüllt diese Voraussetzungen. Es ist zudem günstg über Kleinanzeigen zu erwerben. Es gibt sicherlich noch andere Mischpulte, die geeignet sind. Bei mir ist das Behringer im Einsatz.
Funkgerät
Das Funkgerät ist das zweite zentrale Element des Systems. Für den Betrieb in digitalen Betriebsarten wie FT8 ist eine CAT-Schnittstelle (Computer Aided Transceiver) besonders wichtig. Über die CAT-Schnittstelle kann die Frequenz des Funkgeräts direkt von der FT8-Software aus gesteuert werden, was den Betrieb erleichtert und manuelles Eingreifen erspart. Wichtig für diese Lösung ist, dass das Funkgerät die Push-to-Talk-Funktion (PTT) durch die CAT-Schnittstelle ermöglicht. Das erspart den Einsatz eines separaten VOX-Schaltkreises oder eines weiteren Moduls, dass die PTT über die serielle Schnittstelle schaltet. Ich nutze ein nicht mehr taufrisches ICOM IC-746 für FT8. Dieses besitzt die
Icom-typische CI-V Schnittstelle, über welche die Cat-Steuerung erfolgt.
USB-CAT-Interface
Das USB-CAT-Interface dient als Brücke zwischen Computer und Funkgerät und ist unerlässlich, um die CAT-Funktionen nutzen zu können. Es stellt sicher, dass die FT8-Software die Kommandos wie Band- und Frequenzwechsel an das Funkgerät überträgt. Das Cat-Interface muss ebenso die PTT-Funktion (Push-to-Talk) auslösen, sobald ein Signal gesendet werden soll. Ein typisches CAT-Interface wird über einen USB-Anschluss mit dem Computer verbunden und kommuniziert mit dem Funkgerät über eine serielle oder proprietäre Schnittstelle. Hier gibt es Herstellerabhängige unterschiedliche Varianten. Es sollte genau recherchiert werden, welches Cat-Interface für das eigene Funkgerät geeignet ist, um Fehlkäufe zu vermeiden. Bei mir ist ein NEWASHAN USB-Programmkabel im Einsatz welches auf die CI-V Schnittstelle abgestimmt ist und zudem die richtigen Pegel liefert.
Kabel und Adapter
Die Verbindung zwischen den Komponenten wird durch passende Kabel und gegebenenfalls Adapter realisiert. Für ein störungsfreies Setup sollten hochwertige und abgeschirmte Kabel verwendet werden. Da für diese eigene Lösung keine vorkonfektionierten Kabel verfügbar sein sollten, wird man selbst tätig werden müssen.
Das Audiokabel verbindet den NF-Ausgang des Funkgeräts, z.B. einer speziellen Buchse oder dem Kopfhörerausgang mit einem Eingang des Mischpults. Dabei wird der NF-Ausgang des Funkgeräts mit einem Eingangskanal des Mischpults z. B. Line-In oder Mikrofon verbunden. Der Mikrofoneingang des Funkgerätes wird mit einem Ausgang des Mischpultes verbunden zum Beispiel dem Kopfhörerausgang.
Da die Pegel am Mischpunkt alle exakt eingestellt werden können, erübrigt sich in der Regel ein Pegelwandler. Das USB-CAT-Interface wird in der Regel so beschaffen sein, dass schon ein Verbindungskabel mit verbaut ist.
Blockschaltbild
Das nachfolgende Schaubild zeigt den Musteraufbau mit einem IC-746 von Icom und dem Behringer Xenyx 302 USB.
Fazit
Mit einem einfachen Mischpult und einem USB-CAT-Interface lässt sich ein Einfaches, kostengünstiges und dennoch leistungsfähiges Soundkarten-Modem für FT8 realisieren. Das kompakte Mischpult bietet eine hohe Flexibilität und eignet sich hervorragend für die Verarbeitung und Anpassung von Audiosignalen. Dank der integrierten USB-Schnittstelle ist die Einrichtung einfach und erfordert keine zusätzlichen Geräte. Dieses Setup stellt eine hervorragende Alternative zu kommerziellen Interfaces dar und macht den Einstieg in die digitale Welt des Amateurfunks leicht









Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.